Nahaufnahme von Blüten der Duftgeranie.

Blühende Duft- und Blattschmuckgeranien

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Gärtner Markus Phlippen erklärt, warum Duft- und Blattschmuckgeranien eine tolle Alternative zu herkömmlichen Geranien sind. Mit ihrer Vielfalt und ihrem Duft bereichern sie jeden Balkon.

In Deutschland werden jedes Jahr Millionen Geranien verkauft. Sie sind die beliebtesten Balkonpflanzen der Deutschen und nehmen mit großem Abstand eine Spitzenposition im Absatz von Blumen- und Zierpflanzen ein. Fast zehn Prozent des gesamten Umsatzes im Bereich Balkonpflanzen entfallen auf die Geranie. Das liegt vor allem daran, dass sie sehr pflegeleicht ist und über eine lange Zeit blüht.

Das Problem der Ressourcenverschwendung

Ein Mann füllt am 01.05.2019 in Berlin Blumenerde in einen Blumentopf, um Pflanzen einzutopfen.

Blumenerde ist sehr wertvoll, denn es enthält große Mengen Torf.

Leider landen die meisten Geranien nach nur einer Saison im Müll – obwohl man sie durchaus überwintern könnte. Dadurch entsteht eine erhebliche Verschwendung von Ressourcen. Die Blumenerde wird meist entsorgt, enthält aber häufig noch große Mengen Torf. Bei der Müllverbrennung oder beim Kompostieren wird dabei viel CO₂ freigesetzt, das zuvor im Torf der Moore gespeichert war. Da Moore weltweit riesige CO₂-Speicher sind, spricht vieles dafür, langlebige Pflanzen zu wählen, die nicht nach einer Saison entsorgt werden.

Eine nachhaltige Alternative: Duft- und Blattschmuckgeranien

Für alle Geranienfans gibt es eine umweltfreundlichere Alternative: Duft- und Blattschmuckgeranien, die eigentlich korrekt „Pelargonien“ heißen. Wie die bekannten Balkongeranien gehören sie zur Gattung Pelargonium und zeichnen sich durch eine große Vielfalt an Blattfarben, Blütenformen und Düften aus. Ihr Erscheinungsbild wirkt oft natürlicher als das der herkömmlichen Geranien. Der Duft entsteht durch ätherische Öle, die besonders bei der großen Gruppe der Duftpelargonien stark ausgeprägt sind. Diese werden auch gerne zur Gewinnung von Duftölen genutzt.

Ein weitverbreiteter Mythos besagt, dass sie effektiv Stechmücken fernhalten – das stimmt so jedoch nicht. Um Mücken wirklich abzuschrecken, bräuchte man eine sehr große Anzahl der Pflanzen.

Pflegehinweise für Blütezeit und Überwinterung

Geranien pflegen

Geranien sind sehr pflegeleicht.

Während der Blütezeit empfiehlt es sich, verwelkte Blütenstände regelmäßig zu entfernen, um die Pflanze zur Bildung neuer Knospen anzuregen. Ansonsten sind Duftpelargonien genauso pflegeleicht wie die klassischen Balkongeranien: Sie benötigen nicht viel Wasser und können zwischendurch auch trocken stehen. Besonders schön ist es, eine kleine Sammlung in Töpfen anzulegen. Überwintern sollten sie frostfrei, idealerweise an einem hellen Ort bei etwa 10 °C. Notfalls ist auch eine dunkle Überwinterung im Keller für zwei bis drei Wochen möglich.

Vermehrung durch Stecklinge

Ein weiterer großer Vorteil: Duftpelargonien lassen sich leicht über Stecklinge vermehren. Einfach einen Trieb an einem Knoten abbrechen und für einige Wochen in Wasser auf die Fensterbank stellen, bis Wurzeln wachsen. Alternativ können die Stecklinge direkt in Anzuchterde gesteckt und mit einem durchsichtigen Gefrierbeutel als Minigewächshaus abgedeckt werden. Auf diese Weise wurden Duftpelargonien schon seit Großmutters Zeiten weitergegeben.

Wichtige Hinweise zu torffreien Substraten

Auf einem Tablette liegt Kaffeesatz in einem Filter.

Kaffeesatz kann hervorragend als Dünger verwendet werden.

Beim Umtopfen und Eintopfen sollte man unbedingt torffreie Substrate verwenden. Diese trocknen schneller aus, weshalb öfter gegossen werden muss. Hier empfiehlt sich eine regelmäßige, maßvolle Wassergabe. So vermeidet man sowohl Staunässe als auch Trockenstress. Bereits zwei Wochen nach dem Einpflanzen ist oft eine zusätzliche Düngergabe sinnvoll. Kalium und Phosphat sind meist durch Kompostbestandteile ausreichend vorhanden, Stickstoff muss jedoch zugeführt werden.

Kaffeesatz als Dünger – Mythos und Wahrheit

Kaffeesatz ist eine organische Substanz und enthält einige Nährstoffe, allerdings in geringem Umfang. Seine Wirkung als Dünger wird daher oft überschätzt. Er kann bestenfalls als milder Zusatz dienen, ersetzt aber keinen ausgewogenen Dünger. Wer Kaffeesatz verwenden möchte, sollte ihn gut in die Blumenerde einmischen, da er sonst leicht schimmeln kann.