- Sendehinweis: Hier und heute | 22. April 2026, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
„Bei der Betriebsrente gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten“, sagt Rentenberater Andreas Irion. „Entweder der Arbeitgeber zwackt dafür einen Teil des Gehalts ab oder er legt den Betrag aus eigener Tasche oben drauf.“ Außerdem kann die Altersvorsorge durch den Betrieb selbst organisiert werden oder einen externen Anbieter – etwa eine Direktversicherung.
Neuerungen bei der Betriebsrente
Im Dezember 2025 wurde nun das zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz beschlossen – welches Anfang des Jahres bereits teilweise in Kraft getreten ist und die betriebliche Altersvorsorge vor allem für Geringverdiener und Beschäftigte in kleineren Unternehmen attraktiver machen soll. Etwa durch vereinfachte Rahmenbedingungen, mehr Flexibilität beim Übergang vom Arbeits- ins Rentenleben und höhere Rendite-Chancen.
Jede Person hat Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge.
Grundsätzlich aber gilt: „Jeder hat das Anrecht auf eine betriebliche Altersvorsorge“, sagt Andreas Irion. Bedeutet: Arbeitgeber sind nicht nur verpflichtet, ihren Angestellten die Möglichkeit zu bieten. Sie müssen zudem mindestens 15 Prozent des monatlichen Spar-Betrags des Arbeitnehmers dazuzahlen.
Ob sich eine Betriebsrente lohnt
Doch lohnt sich so eine Betriebsrente auch wirklich? „Zunächst ist das natürlich wie bei jeder anderen Form der Altersvorsorge“, sagt Irion. „Das ist eine Wette auf die Zukunft.“ Doch bei einer normalen Lebenserwartung und schon allein aus dem Grund, weil man überhaupt etwas für die private Altersvorsorge tut, könne eine Betriebsrente sinnvoll sein.
Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren von der Betriebsrente.
Hinzu kommt: Neben den zusätzlichen 15 Prozent oder mehr des Arbeitgebers entfallen die Steuern und Sozialabgaben auf den Teil des Gehalts, den man spart“, sagt Rentenberater Andreas Irion. „Davon profitieren ja am Ende sogar beide – also Arbeitgeber und Angestellter.“
Ein Beispiel: „Man verzichtet zum Beispiel auf 100 Euro brutto von seinem Gehalt“, sagt Irion. Die Sozialabgaben machten je nachdem 30 oder sogar 50 Prozent aus. „Zieht man diese ab und rechnet den Arbeitgeber-Anteil hinzu, verzichtet man zum Beispiel auf 40 Euro netto, zahlt man dafür aber mitunter 120 Euro ein.“ Auch wenn man dann etwas weniger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahle, würde sich das in diesem Fall lohnen.
Was Angestellte beachten sollten
Im Vergleich zur Betriebsrente ist ein Aktien-Depot flexibler.
Für die meisten sei eine Betriebsrente daher eine sinnvolle Sache, sagt Andreas Irion. Das gelte auch für ältere Arbeitnehmer. Wer hingegen immer auf das Geld zugreifen wolle, skeptisch sei, sein Geld Dritten zu geben oder überzeugt sei, mit einer privaten Geldanlage mehr Rendite zu erwirtschaften – für den sei eine private Altersvorsorge etwa mit einem Aktien-Depot die bessere Wahl.
Was man dabei allerdings auch bedenken sollte: „Während der Ansparphase fällt bei der Betriebsrente keine Kapitalertragssteuer an.“ Auf der anderen Seite muss man auf die Betriebsrente noch etwa 20 Prozent Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlen, wenn diese den Freibetrag von aktuell knapp 200 Euro übersteigt.
Wer gern eine Betriebsrente abschließen möchte, sollte sich einfach an seinen Arbeitgeber wenden, sagt Andreas Irion. Die Abwicklung sei inzwischen auch wirklich einfach. Häufig würden sich externe Anbieter komplett darum kümmern, sagt Irion. „Es gibt also keinen Grund, warum ein Betrieb seiner Verpflichtung nicht nachkommen sollte.“
Betriebsrente – für wen lohnt sie sich?
Hier und heute. 22.04.2026. 15:18 Min.. Verfügbar bis 22.04.2028. WDR.