- Sendehinweis: Hier und heute | 22. September 2025, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Die Benjeshecke, auch Totholzhecke genannt, besteht aus locker aufgeschichteten Ästen, Zweigen und anderem Schnittgut. Sie wird zwischen Holzpfosten errichtet und bietet mit der Zeit einen natürlichen Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Die Hecke verrottet langsam und begrünt sich häufig selbst durch Samenflug und tierische Verbreitung.
Garten unterwegs: Benjeshecke selbst bauen
22.09.2025. 06:32 Min.. Verfügbar bis 22.09.2027. WDR.
Standortwahl
Ein sonniger bis halbschattiger Platz am Rand des Gartens ist ideal. Geeignet sind Grundstücksgrenzen, Böschungen oder ungenutzte Flächen. Der Boden sollte eher nährstoffarm sein, um das Wachsen unerwünschter Pflanzen wie Brennnesseln oder Goldruten zu verhindern.
Materialien
Verwendet werden unbehandelte, gesunde Äste und Zweige – z. B. von Obstbäumen, Hasel, Buche oder Eiche. Krankes Holz oder stark wuchernde Pflanzen wie Brombeeren sind ungeeignet. Auch Laub, Grünschnitt oder Wurzelunkräuter sollten nicht eingebaut werden, da sie faulen oder das Wachstum unerwünschter Pflanzen fördern können.
Aufbau
Die Hecke kann je nach Möglichkeit beliebig hoch und lang sein.
Pfosten setzen: Zwei parallele Reihen aus Holzpfählen (je nach Länge der Hecke, aber mindestens drei pro Reihe) im Abstand von etwa 50–75 cm einschlagen. Die Pfosten sollten mindestens 30 cm tief im Boden stecken.
Totholz einfüllen: Die Zwischenräume werden locker mit Schnittgut befüllt. Unten kommen dickere Äste, nach oben hin feinere Zweige. Das Material sollte nicht zu dicht gepackt werden, damit Hohlräume für Kleintiere entstehen.
Höhe und Länge wählen: Die Hecke kann beliebig lang sein. Eine Höhe von etwa 1,20 bis 1,50 m ist üblich, je nach gewünschtem Sichtschutz und Standort.
Pflege
Eine Benjeshecke ist sehr pflegeleicht. Verrottetes Material kann gelegentlich nachgefüllt werden und man kann jedes Jahr, wenn man einen Rückschnitt im Garten macht, die Hecke damit auffüllen. Wer mag, kann zusätzlich heimische Sträucher oder Wildpflanzen davor einpflanzen.
Ökologischer Nutzen
Benjeshecken bieten Lebensraum für viele Tiere: Igel, Vögel, Insekten, Amphibien und Kleinsäuger finden hier Unterschlupf, Nistplätze und Nahrung. Auch Pilze, Moose und Wildkräuter siedeln sich an. Dadurch trägt die Hecke zur Förderung der Artenvielfalt im Garten bei.
Kompostbildung in der Benjeshecke
Im Inneren der Benjeshecke entsteht mit der Zeit ganz natürlich Kompost. Regen, Mikroorganismen und Pilze zersetzen das Schnittgut langsam. Besonders im unteren Bereich bilden sich dabei humusreiche Zonen, die mit der Zeit wertvollen Nährboden liefern.
Kompost dient der Verbesserung der Bodenqualität.
Die Hecke funktioniert ähnlich wie ein offener Komposthaufen – jedoch langsamer und flächiger.
Wer möchte, kann gezielt feineres Material wie Laub oder krautige Pflanzenreste im Inneren einarbeiten, um die Zersetzung zu fördern. Der entstehende Kompost muss nicht entnommen werden – er dient vor allem der Bodenverbesserung vor Ort.
Wenn gewünscht, kann nach einigen Jahren teilweise reifer Kompost aus dem unteren Bereich entnommen und im Garten verwendet werden.
Wichtig: Nur unbehandeltes, gesundes Pflanzenmaterial verwenden. Küchenabfälle, Rasenschnitt oder feuchter Biomüll gehören nicht in die Benjeshecke, da sie schimmeln oder Tiere anlocken können.