Historische Mühlen

Ausflugstipps: Historische Mühlen in Nordrhein-Westfalen

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Reisejournalistin Antje Zimmermann stellt historische Mühlen in Kalkar, Zons und Walbeck vor – mit spannender Geschichte und reizvoller Umgebung.

Mühle Kalkar

Mühle Kalkar

Die achtbödige Windmühle liegt im Zentrum Kalkars.

Sie ist genauso aus Backstein gebaut wie das charmante Städtchen am Niederrhein, in dem sie steht: die Mühle von Kalkar, errichtet im Jahr 1770. In ihren Flügeln leuchten die rot-weißen Stadtfarben – ein Bild, das sich in Kalkar auch an vielen Fensterläden wiederfindet. Mit stolzen 27 Metern Höhe (ohne Flügel) gilt sie als die höchste voll funktionsfähige Windmühle am Niederrhein.
Zwischen 1994 und 1996 wurde das historische Bauwerk aufwendig restauriert. Anschließend wurde dort wieder Korn gemahlen – das Mehl wanderte direkt in die angrenzende Backstube, wo frisches Brot gebacken wurde. Heute ist die Mühle Heimat einer eigenen Brauerei und beherbergt im Erdgeschoss ein Restaurant mit besonderem Flair.

Ausflugstipps: Historische Mühlen in Nordrhein-Westfalen

Hier und heute 06.06.2025 07:18 Min. Verfügbar bis 06.06.2027 WDR

Pfingstmontag in der Mühle

Am Pfingstmontag führt ein Mühlenexperte Besucher über acht sogenannte Mühlenböden – die Etagen der Windmühle, die über steile Stiegen erreichbar sind. Oben angekommen, bietet die Mühlengalerie einen weiten Ausblick über Kalkar und das niederrheinische Umland. Die Führung beleuchtet die Geschichte des Müllerhandwerks, das Innenleben der Mühle und erzählt spannende Legenden rund um das Bauwerk.

Treffpunkt: 14:00 Uhr, Brauhaus Kalkarer Mühle, Mühlenstege 8, 47546 Kalkar
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Kosten: 6,00 € für Erwachsene, Kinder frei

Tipp: Auch Kalkars Innenstadt ist sehenswert – mit ihrem mittelalterlichen Marktplatz, der alten Gerichtslinde, dem historischen Rathaus und dem Stadtmuseum.

Mühle Zons

Die imposante Turmwindmühle von Zons stammt vermutlich aus dem Jahr 1390 und zählt zu den ältesten ihrer Art am Niederrhein. Mit ihren schweren, dunklen Basaltquadern wirkt sie wehrhaft – und das nicht ohne Grund: Sie wurde einst als Wehrturm errichtet und war Teil der mittelalterlichen Stadtmauer. Damit erfüllte sie von Anfang an eine doppelte Funktion – eine Rarität in der Region.

Mühle Zons

Die Mühle Zons wurde im Spätmittelalter mehrfach umgebaut.

Im Erdgeschoss der Mühle befindet sich ein einstiges Verlies, das später als Sacklager diente. Heute beherbergt es ein kleines Mühlenmuseum mit Schauvitrinen zur Geschichte der Mühle.

Pfingstmontag in Zons

Am Pfingstmontag ist die Mühle von 11:00 bis 17:00 Uhr zur kostenlosen Besichtigung geöffnet. Um 14:00 und 16:00 Uhr finden kostenfreie Führungen statt.
Ansonsten ist das Mühlenmuseum an Wochenenden und Feiertagen von 12:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Tipp: Ein Besuch in der alten Feste Zons, die zu Dormagen im Rhein-Kreis Neuss gehört, lohnt sich in jedem Fall. Die von einer Stadtmauer umgebene Altstadt lädt mit ihren engen Gassen zum Bummeln ein – ob auf ein Eis, ein Stück Kuchen oder ein entspanntes Abendessen. Wer mag, setzt mit der Rheinfähre über in die Urdenbacher Kämpe – ein idyllisches Naturschutzgebiet auf der anderen Rheinseite.

Wie jedes Jahr findet am Pfingstmontag der „Deutsche Mühlentag“ statt – eine besondere Gelegenheit, Mühlen zu besichtigen, darunter viele, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind. Bundesweit öffnen rund 650 historische Mühlen ihre Türen.

Steprather Mühle Walbeck

Strahlend weiß und beeindruckend alt: Die Steprather Mühle stammt aus dem 15. Jahrhundert und gilt als die älteste, noch voll funktionsfähige Windmühle Deutschlands. Sie gehört – wie auch die Mühle in Zons – zum Typ der Turmwindmühlen. Diese robusten Bauwerke waren häufig in Stadtmauern oder Befestigungsanlagen integriert und deutlich widerstandsfähiger als die leichteren Bockwindmühlen.

Steprather Mühle Walbeck

Die Steprather Mühle in Walbeck ist die älteste noch voll funktionsfähige Windmühle Deutschlands.

Mit einer Höhe von 19 Metern und einer Flügelspannweite von 28 Metern ist die Mühle das weithin sichtbare Wahrzeichen von Geldern-Walbeck. Einst drehten sich ihre Flügel bis 1953 – dann verstummte der Mahlbetrieb für vier Jahrzehnte. Erst 1990 hauchte ein engagierter Förderverein dem Denkmal neues Leben ein.

Führungen, Café und Müllerfrühstück

Heute bietet die Steprather Mühle regelmäßig Führungen an – und mit dem kleinen Mühlen-Café samt Backstube wird der Besuch zum kulinarischen Erlebnis. Bei gutem Wetter sitzen hier schon am Vormittag Ausflügler auf der Terrasse und genießen ein typisches Müllerfrühstück. Ob Weizen-, Misch-, Rosinen-, Körner-, Buttermilch- oder Gutsherrenbrot – alles wird vor Ort frisch gebacken.

Das Mühlen-Café ist an Wochenenden und Feiertagen von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Ein besonderer Tipp: Jeden zweiten Dienstag im Monat lädt der Spielenachmittag ab 14:00 Uhr zu Kaffee, Nussecken und Gesellschaftsspielen ein.

Frischer Spargel aus Walbeck

Der Mühlenbesuch lässt sich wunderbar mit einem Spargelessen kombinieren: In Walbeck – bekannt für seinen regionalen Spargel – bieten zahlreiche Restaurants feine Spargelgerichte an. In den Hofläden der Umgebung gibt es das edle Gemüse auch zum Mitnehmen – noch bis zum 24. Juni.