Eine Frau steht mit ausgebreiteten Armen in einem Wald bei strahlendem Sonnenschein

Richtig angewandt: Wärme und Kälte als Heilmittel

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Wärme oder Kälte? Welche Anwendungen Wohlbefinden, Regeneration und ein starkes Immunsystem unterstützen, erklärt Oberärztin Dr. med. Melis Korbmacher aus Essen.

Ob Wärmflasche, warme Bäder, Sauna oder Kühlpack, die berühmte Eistonne der Spitzensportler, die Kältekammer oder sogar Eisbaden – Wärme und Kälte werden zur Förderung des Wohlbefindens sowie zur Prävention, Regeneration oder Heilung sehr häufig eingesetzt.

Bereits seit der Antike gelten Wärme und Kälte als bewährte Heilmittel. Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer nutzten heiße Bäder und kalte Umschläge zur Behandlung verschiedener Beschwerden. Besonders die römischen Thermen waren für ihre heilende Wirkung durch heißes Wasser und Dampfbäder bekannt.
Im Mittelalter wurden kalte Umschläge gegen Fieber verwendet. Und bis heute prägt Sebastian Kneipp die Wassertherapie: Der Naturheilkundler und Pfarrer entwickelte vor mehr als 130 Jahren Anwendungen mit 16 bis 17 Grad kühlem Wasser zur Stärkung des Immunsystems. Sie sollen den Stoffwechsel aktivieren, den Kreislauf stabilisieren und die Abwehrkräfte anregen.

In der Medizin gilt grundsätzlich

Kälte entzieht dem Gewebe Wärme, verengt Blutgefäße, bremst Entzündungsprozesse und lindert akute Schmerzen sowie Schwellungen.
Wärme führt dem Gewebe Energie zu, erweitert Gefäße, fördert die Durchblutung, entspannt Muskulatur und wirkt besonders bei chronischen, „festgefahrenen“ Beschwerden schmerzlindernd.

Richtig angewandt: Wärme und Kälte als Heilmittel

Hier und heute 03.12.2025 11:51 Min. Verfügbar bis 03.12.2027 WDR

Wärmeanwendungen

Finnische Sauna mit den Beinen von zwei Frauen

Wärme wirkt auf vielfältige Weise wohltuend.

Wärme kommt häufig in warmen Bädern, mit Wärmepackungen oder Wärmelampen zum Einsatz. Sie erweitert die Blutgefäße, verbessert die Durchblutung und sorgt dafür, dass mehr Sauerstoff und Nährstoffe ins Gewebe gelangen. Muskelverspannungen lösen sich, Schmerzen werden gelindert und die Beweglichkeit der Gelenke verbessert sich.
Wärme eignet sich vor allem bei chronischen Schmerzen, muskulären Verspannungen und rheumatischen Beschwerden. Bei akuten Entzündungen sollte sie jedoch nicht angewendet werden, da sie diese verstärken kann.

Kälteanwendungen

schmelzende Eiswürfel

Kälte wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und abschwellend.

Kälte wird vor allem bei akuten Verletzungen und Entzündungen eingesetzt. Sie verengt die Blutgefäße, reduziert die Durchblutung, verringert Schwellungen und lindert Schmerzen. Zudem dämpft Kälte die Nervenaktivität und senkt so das Schmerzempfinden.
Typische Anwendungen sind Eispackungen, kalte Wickel und kalte Güsse, wie sie auch in der Kneipp-Methode vorkommen. Kälte hilft zudem bei Rheuma, Muskelschmerzen, Migräne und unterstützt die Regeneration nach Verletzungen oder Operationen.

Kombination und Anwendung

Ein Duschkopf hängt in einer Dusche in einem Badezimmer und es läuft Wasser aus ihm heraus.

Wechselduschen beleben den Körper.

Häufig werden Wärme und Kälte im Wechsel angewandt, zum Beispiel in Form von Wechselduschen. Diese Reize trainieren die Blutgefäße, fördern die Anpassungsfähigkeit des Körpers und stärken das Immunsystem. Die Kombination kann Schmerzen lindern, die Durchblutung anregen und das allgemeine Wohlbefinden steigern.
Wichtig ist, die Anwendungen individuell auf den eigenen Gesundheitszustand abzustimmen und bei Unsicherheiten oder bestehenden Erkrankungen ärztlichen Rat einzuholen.