Zwei Wegweiser sind beschriftet mit Aktivrente und Altersrente.

Als Rentner weiterarbeiten – warum es sich lohnt

Stand:

Was man beachten sollte, wenn man neben der Rente weiterarbeitet, klären wir mit Hermann-Josef Tenhagen vom Online-Ratgeber „Finanztip“.

Als Rentner weiterzuarbeiten hat viele Vorteile, sagt Hermann-Josef Tenhagen. So können Rentner beispielweise seit 2023 unbegrenzt hinzuverdienen. Der Hinzuverdienst wird zur regulären Rente hinzuaddiert. Zwar werden auch Steuern und Abgaben fällig, diese sind aber geringer – etwa, weil die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung entfallen. Zudem kann man weitere Rentenpunkte sammeln, wodurch sich die Rente im Laufe der Zeit weiter erhöht.

Geldscheine in den Händen einer älteren Person

Der Rentenbezug bliebe von dem steuerfreien Gehalt unberührt.

Laut dem Aktivrenten-Modell dürfte es sich künftig noch einmal mehr lohnen, neben der Rente weiter zu arbeiten: Vom 1. Januar 2026 an sollen demnach Rentnerinnen und Renter bis zu 2000 Euro ohne Steuerabzug dazuverdienen können.

Hinzu komme: Wer weiter arbeite, profitiere in der Regel von sozialen Kontakten und dem Gefühl, gebraucht zu werden. Und schließlich leiste man damit einen Beitrag für die Gesellschaft, sagt Tenhagen. Denn: „Wenn wir Boomer jetzt alle mit 60 in Rente gehen, dann geht das auch zu Lasten der Jüngeren.“

Talk mit Hermann-Josef Tenhagen

Hier und heute 10.09.2025 11:48 Min. Verfügbar bis 10.09.2027 WDR

Welche Vorteile eine Teilrente hat

Es gibt eine ganze Reihe an Möglichkeiten, den Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand fließend zu gestalten. Zum Beispiel kann man erst einmal nur einen Teil seiner Rente in Anspruch nehmen und weiter in seinem regulären Job arbeiten – mit der sogenannten Teilrente.

Ein großer Vorteil dabei: Mögliche Abschläge werden nur auf den Teil der Rente fällig, den man vorzeitig in Anspruch genommen hat. Außerdem kann man die Teilrente zusätzlich zum Gehalt bekommen – ohne, dass dieses gekürzt wird.

Was zudem viele nicht wissen: „Wer seinen Partner oder seine Partnerin pflegt, kann ebenfalls eine Teilrente beantragen“, sagt Tenhagen. Das gehe auch dann noch, wenn man bereits die volle Rente bekommen habe. In diesem Fall bekomme man „lediglich“ 99,99 Prozent seiner Rente, sammele dafür aber weiterhin Rentenpunkte – wodurch sich die Rente weiter erhöht.

Welche weiteren Möglichkeiten es gibt

Eine weitere Möglichkeit, sich im Alter etwas dazuzuverdienen: Die reguläre Rente kassieren und nebenbei einen Minijob machen, sagt Tenhagen. Derzeit lassen sich so 556 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen. Weiterer Vorteil: Man könne beruflich etwas komplett Neues oder Anderes ausprobieren.

Kinder und Erzieherin spielen mit Musikinstrumenten

Die Übungsleiter-Pauschale gilt für bestimmte Tätigkeiten im Pädagogik-, Kunst-, und Pflegebereich.

Interessant sein könne auch die sogenannte Übungsleiter-Pauschale. Die besagt: Wer neben Beruf oder Rente als Ausbilderin, Erzieherin, Pflegerin oder Trainerin arbeitet, für den sind bis zu 3000 Euro im Jahr steuerfrei, sagt Tenhagen. „Wenn ich zum Beispiel immer schon mal den Trainerjob im Fußballverein um die Ecke machen wollte, dann kann ich diesen Betrag komplett steuerfrei mitnehmen."

Natürlich könne man aber auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter Vollzeit arbeiten – wenn das Arbeitgeber und -vertrag erlauben. „Dann verdient man im Grunde doppelt“, sagt Tenhagen. „Und kann sich nach ein paar Jahren einen großen Wunsch erfüllen – wie etwa den restlichen Kredit fürs Haus tilgen oder die lang ersehnte Weltreise machen.“

Und das könnte sich in Zukunft besonders lohnen: Nach Plänen der Bundesregierung sollen Rentnerinnen und Rentner künftig bis zu 2000 Euro im Monat steuerfrei dazuverdienen können.