Zu sehen ist ein Schild, auf dem "Betrug" steht

Aktuelle Abzockmaschen

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Welche Abzockmaschen aktuell im Umlauf sind und wie man sich davor schützen kann, erklärt Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Die Paypal-Abzockmasche

Eine anonyme Nummer ruft an

Anrufe mit unterdrückter Nummer stammen häufig von Betrügern.

Die Masche läuft im Grunde immer gleich ab: Man bekommt einen Anruf mit anonymer Nummer. Und nimmt man ab, startet eine automatische Ansage: Es gehe um eine Abbuchung oder ungewöhnliche Transaktion auf dem Paypal-Konto. Um mehr zu erfahren, die Überweisung zu bestätigen oder rückgängig zu machen, soll man eine bestimmte Taste drücken. In aller Regel ist das die „1“. „Wer diese Taste drückt, wird an einen rhetorisch geschulten Menschen verbunden“, sagt Mormann. „Der sitzt zwar in der Regel im Ausland, spricht aber meist gutes Deutsch. Und ist Profi darin, glaubhaft zu vermitteln, dass er tatsächlich ein Mitarbeiter von Paypal ist.“

Die Kriminellen brauchen mit dieser Vorgehensweise nicht wahllos vermeintliche Opfer anzurufen – sondern sprechen immer gleich mit jemandem, den sie – zumindest ein Stück weit – bereits „an der Angel“ haben. In dem anschließenden Telefonat versuchen Kriminelle dann die Zugangsdaten zum Paypal-Konto der Opfer zu bekommen. Dafür ist in der Regel ein zusätzlicher Code nötig, den Paypal auf das Handy der Opfer schickt. Der Betrüger sagt dann, er brauche diesen „zur Verifizierung, dass er auch wirklich mit der betreffenden Person spreche“, erklärt Mormann. Und sobald er diesen erfährt, „kann er beliebig viele Zahlungen anweisen".

Aktuelle Abzockmaschen

Hier und heute 29.07.2025 12:32 Min. Verfügbar bis 29.07.2027 WDR

Weitere Abzockmaschen

Die beschriebene Masche gibt es in vielen verschiedenen Varianten, erklärt Hauke Mormann. Etwa mit Amazon oder auch der Polizei oder gar Interpol. Während es bei der Amazon-Variante ebenfalls um Kontobewegungen geht, wird bei der Polizei-Masche gesagt, es liege eine Anzeige oder ein Haftbefehl vor. Auch dabei versuchen Kriminelle in einem anschließenden Gespräch Daten zu bekommen, mit denen sie ihre Opfer dann betrügen können.

Hände tippen auf der Tastator eines Laptops.

Vorsicht bei Geldanfragen per E-Mail.

Paypal nutzen Kriminelle aber aktuell auch für andere Abzockmaschen: Man erhält über Paypal plötzlich Geld von einem Fremden. Der bittet einen daraufhin per E-Mail, das Geld zurück zu überweisen – weil er sich vertan habe. Aber bitte per „Familie & Freunde“, damit keine Gebühren anfallen. Hat man das getan, buchen die Betrüger den ursprünglich per „gewerblicher Zahlung“ überwiesenen Betrag zurück, indem sie den dabei geltenden Käuferschutz nutzen – der bei der „Familie & Freunde“-Überweisung nicht gilt. Das Geld ist also auch in diesem Fall weg – zumindest vorläufig.

Was Verbraucher tun können

Ein Telefonhörer liegt auf dem Tisch.

Bei einem Betrugsanruf am besten direkt auflegen.

Hauke Mormanns erster Tipp lautet: Bekommt man einen Anruf mit einer solchen Bandansage, „am besten direkt auflegen“. Denn ob Paypal, Amazon oder die Polizei – in einem solchen Fall werde man niemals über das Telefon informiert, und schon gar nicht durch eine automatische Ansage. Solche Benachrichtigungen erfolgten in der Regel über die App, per Brief oder E-Mail.

Bei E-Mails muss man ebenfalls aufpassen. Dabei gilt: „Niemals auf irgendwelche Links klicken“, rät Hauke Mormann. Denn auch dahinter könnten Betrüger stecken. Wer sich unsicher sei, sollte bei der entsprechenden Service-Nummer des Anbieters anrufen. Oder in der App nachschauen. „Ist da keine Benachrichtigung, dann ist auch nichts zu tun.“

Wer auf Kriminelle hereingefallen ist, sollte zunächst umgehend seine Bank und den Zahlungsdienstleister kontaktieren – und die entsprechenden Konten sperren lassen, rät Hauke Mormann. Und dann versuchen, sein Geld zurückzubekommen, sagt Mormann.

Die Verbraucherzentrale bietet in solchen Fällen eine Rechtsberatung an und hilft bei dem Versuch, das Geld zurückzubekommen.