Ein Mann in Anzug steht in einem leeren Schwimmbecken.

Generation Nichtschwimmer – NRW und seine kaputten Bäder

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Schwimmen lernen ist für viele Kinder in Nordrhein-Westfalen längst keine Selbstverständlichkeit mehr: Mehr als die Hälfte verlässt die Grundschule, ohne sicher schwimmen zu können. Gleichzeitig schließen immer mehr Bäder, Kurse sind über Jahre ausgebucht und Personal fehlt.

Vier Kinder und zwei Erwachsene schwimmen in einem Becken eines Schwimmcontainers.

Der neue Mobi Schwimmcontainer ist eine Möglichkeit für Grundschulen, die Kinder an das Wasser zu gewöhnen.

In den vergangenen 25 Jahren haben über 40 Prozent der Schwimmbäder in NRW dichtgemacht. Viele der verbliebenen Anlagen sind marode oder zeitweise geschlossen. Für Familien, Schulen und Kommunen wird Schwimmenlernen dadurch zunehmend zur Herausforderung – im Ernstfall zur Gefahr.

Kleine Kommunen sind mit dem Problem überfordert, oft wird das kaputte Schwimmbad zum Politikum. Wie etwa in Drolshagen, Kreis Olpe, wo das alte Stadtbad geschlossen ist. Die Millionen für die Instandsetzung fehlen. Der Bürgermeister Uli Berghof wird von vielen verantwortlich gemacht: „Ich bin hier der Buhmann“, sagt er, „aber keiner kann sagen, wo das Geld herkommen soll.“

Die fehlende Infrastruktur wirkt sich ganz besonders dort aus, wo soziale Probleme dazu kommen. Der Schwimmlehrer Frank Schweinheim aus der James Krüss Grundschule in Köln Kalk fasst es so zusammen: "Die meisten unserer Kinder sind noch nicht in einem Schwimmbad gewesen, bevor sie bei uns in der dritten Klasse mit dem Schwimmunterricht anfangen, weil die Familien arm sind.“

Ein Mann in Anzug steht in einem leeren Schwimmbecken.

Bürgermeister Mario Moritz hat selber im Bürgerbad in Hückeswagen schwimmen gelernt. Nun soll abgerissen und neu gebaut werden.

Autorin Annette Zinkant begleitet Kommunen, Schulen und Familien im Umgang mit dem Schwimmbad-Sterben. Förderprogramme schaffen Hoffnung – doch vielerorts fehlen weiterhin Geld, Personal und Wasserflächen.

„Generation Nichtschwimmer“ erzählt vom Verfall einer Infrastruktur, die einmal selbstverständlich war – und von der Frage, warum Schwimmenlernen in NRW zunehmend vom Wohnort und vom Geldbeutel abhängt.

Ein Film von Annette Zinkant

Redaktion: Britta Windhoff

Dieser Film wurde im Jahr 2026 produziert. Alle Aussagen und Fakten entsprechen dem damaligen Stand und wurden seitdem nicht aktualisiert.