Geldautomat

Bankräuber 2.0 - Fahndung nach skrupellosen Geldautomatensprengern

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Jedes Jahr werden in Deutschland mehrere Hundert Geldautomaten gesprengt und ausgeplündert. Dabei entsteht nicht nur ein Millionen-Schaden. Die Täter bringen sich und Unbeteiligte in Lebensgefahr, denn es wird mittlerweile nicht nur Gas eingesetzt, sondern viel gefährlicherer Festsprengstoff. Und so halten es Ermittler für eine Frage der Zeit, bis es das erste Todesopfer gibt. Nach ihrer Einschätzung gehen sehr viele dieser Taten auf das Konto von organisierten Banden aus den Niederlanden. Deren Mitglieder stammen oftmals aus Nordafrika. Ein Autorenteam von "ARD Crime Time" ist in dem dreiteiligen Film Bankräuber 2.0 – Fahndung nach skrupellosen Geldautomatensprengern auf ihren Spuren unterwegs.

Der Amsterdamer Anwalt Vito Shukrula ist Kenner der kriminellen Automatensprengerszene. Er hat als Strafverteidiger immer wieder Mitglieder der "Mocro“-Mafia vertreten. Im Interview erzählt er, welche Verbindung die Automatensprenger zur Mafia haben und wie mit der Beute aus den gesprengten Automaten Drogengeschäfte finanziert werden. Als die niederländischen Automatenbetreiber auf die zahlreichen Angriffe in unserem Nachbarland reagierten und aufrüsteten, wichen die Gangster nach Deutschland aus. Hier haben sie nach Ansicht von Experten vielerorts leichtes Spiel: Die Automaten werden nur langsam und nicht ausreichend gegen Sprengattacken geschützt. Der Film zeigt unter anderem auch, wie professionell die Gangster ihre Verbrechen organisieren: Das Reporter-Team ist in einem Gewerbebiet der niederländischen Großstadt Utrecht unterwegs, wo die organisierte Kriminalität ein Trainingszentrum hatte. Dort wurden an verschiedenen Geldautomatentypen Sprengungen geübt.

Dass es auch Erfolge bei der Suche nach den Tätern gibt, dokumentiert der Film mit den Ereignissen rund um den 30. Januar dieses Jahres. Nach über einem Jahr Ermittlungsarbeit zu Automatensprengern in Bayern und Baden-Württemberg gab es an diesem Tag in gut einem Dutzend Orten in den Niederlanden und Belgien Hausdurchsuchungen. Neun Verdächtige wurden verhaftet. Ihnen wird jetzt in Bamberg der Prozess gemacht.

Eine dreiteilige Doku von Rainer Nadollek und Arnim Roever
Redaktion: Franziska Schubert, Gudrun Wolter

Dieser Film wurde im Jahr 2023 produziert. Alle Aussagen und Fakten entsprechen dem damaligen Stand und wurden seitdem nicht aktualisiert.