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Monitor vom 14.01.2016

Silvesternacht - Fakten statt Nebelkerzen | Ohne Perspektiven: Junge Marokkaner in Deutschland | Offener Rassismus - die unaufhaltsame Radikalisierung der AfD | Flüchtlinge unerwünscht - der schmutzige Deal zwischen der EU und der Türkei

Silvesternacht - Fakten statt Nebelkerzen

Kaum wurden die sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Kölner Silvesternacht bekannt, da lief die Hetz-Propaganda der Rechtsextremen an. Das Leiden der Betroffenen wurde instrumentalisiert, um ganz grundsätzlich Stimmung zu machen gegen Flüchtlinge und Ausländer. Doch markiert die Silvesternacht von Köln tatsächlich die Zeitenwende, zu der sie inzwischen von vielen im In- und Ausland stilisiert wird? Die Fakten geben das nicht her.

Ohne Perspektiven: Junge Marokkaner in Deutschland

Die meisten Tatverdächtigen der Kölner Silversternacht sind junge Männer aus dem nordafrikanischen Raum, vor allem aus Marokko. Woran liegt es, dass ausgerechnet solche jungen Nordafrikaner polizeilich immer wieder auffallen? Und dass einige von ihnen, wie in Köln, offenbar keine Hemmungen haben, Frauen zu begrabschen, zu demütigen und zu misshandeln? Alles nur eine Frage der Herkunft oder der kulturellen Prägung? MONITOR-Reporter waren unterwegs in einer marokkanischen Community in Düsseldorf und haben herausgefunden, dass die Wirklichkeit doch ein bisschen komplizierter ist.

Flüchtlinge unerwünscht – der schmutzige Deal zwischen der EU und der Türkei

Es ist das erklärte Ziel der EU und der Bundesregierung: Die Flüchtlingszahlen sollen sinken. Dafür hat sich Europa auf einen Deal mit der Türkei geeinigt, der sicherstellen soll, dass deutlich weniger Flüchtlinge nach Europa kommen - inklusive drei Milliarden Euro an Finanzhilfen. MONITOR-Reporter haben recherchiert, was dies für die Menschen bedeutet, die via Türkei vor Krieg und Verfolgung fliehen. Die Recherchen dokumentieren, wie der türkische Staat syrische Flüchtlinge offenbar willkürlich in Camps einsperrt und Menschen sogar zwingt, nach Syrien zurückzukehren. Ein Verstoß gegen Menschenrechte und Völkerrechtskonventionen; mit Duldung und Förderung der EU.

Offener Rassismus - die unaufhaltsame Radikalisierung der AfD

Seit ihrem Parteitag im Juli, als der nationalliberale Flügel um Bernd Lucke die Partei verließ, gilt die AfD hierzulande als rechtspopulistische Partei. Doch mit Blick auf parteiinterne Vorgänge ist das eine verharmlosende Beschreibung. MONITOR-Recherchen zeigen: Völkisch-nationale und rassistische Äußerungen scheinen bei AfD-Veranstaltungen inzwischen kein Tabu mehr zu sein. Längst hat das äußerst rechte Lager Schlüsselpositionen innerhalb der Partei besetzt. Experten sehen die AfD heute als in Teilen rechtsextreme Partei, die sich in einem unaufhaltsamen Prozess der Radikalisierung befindet.

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