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Monitor vom 15.10.2015

Panikmache mit Terrorangst: Dschihadisten als getarnte Flüchtlinge? | Operation "Sophia" - Wie sich Europa militärisch abschottet | Luftschläge auf Krankenhaus in Kundus: Vertuschung eines Kriegsverbrechens? | Tod in der Polizeizelle - Warum starb Oury Jalloh?

Panikmache mit Terrorangst: Als Flüchtlinge getarnte Dschihadisten?

Die Warnungen vor der angeblichen Terrorgefahr durch vermehrte Zuwanderung von Flüchtlingen reißen nicht ab. Immer wieder warnen Innenpolitiker und so genannte Sicherheitsexperten davor, dass sich IS-Kämpfer oder andere Dschihadisten gezielt unter die Flüchtlinge mischen, um nach Deutschland zu gelangen. Ein Spiel mit der Angst der Bevölkerung, sagen Fachleute. Denn auch wenn man ein solches Szenario niemals ganz ausschließen kann, entspricht es nicht den realen Fakten und Bedrohungsszenarien, von denen Terrorismus-Experten wirklich ausgehen.

Operation "Sophia" – Wie sich Europa militärisch abschottet

Etwa 2.800 Flüchtlinge sind in diesem Jahr schon im südlichen Mittelmeer ertrunken. Und das, obwohl dort schon seit Monaten europäische Militärschiffe im Einsatz sind. Doch die sollen sich künftig weniger um "Seenotrettung" kümmern, sondern vor allem Schleppern das Handwerk legen und ggf. Schiffe "umleiten". Oppositionspolitiker sehen darin den Beginn einer großen Offensive, um Flüchtlingsboote künftig zurück nach Afrika zu schicken. Dies wäre ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht.

Luftschläge auf Krankenhaus in Kundus: Vertuschung eines Kriegsverbrechens?

Der Krieg in Afghanistan eskaliert. Ein neuer Tiefpunkt: Die US-amerikanischen Luftangriffe auf das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Kundus am 3. Oktober. Zwölf Mitarbeiter der Organisation und zehn Patienten starben. Ärzte ohne Grenzen fordert nun eine unabhängige internationale Untersuchung der Ereignisse. Doch die USA verweigern das und verweisen auf eigene Ermittlungen. Dabei mehren sich die Hinweise auf ein Kriegsverbrechen.

Tod in der Polizeizelle - Warum starb Oury Jalloh?

Seine Geschichte lieferte den Stoff zum Tatort am vergangenen Sonntag: Vor zehn Jahren verbrannte der Asylbewerber Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau. Anders als im fiktiven Film ist der reale Fall bis heute nicht aufgeklärt. Ermittler und Staatsanwaltschaft können noch immer nicht sagen, wie der Brand in der Zelle ausbrechen und Oury Jalloh sterben konnte. Nach wie vor steht die Frage im Raum: War es Mord? Über zehn Jahre nach dem Tod des Asylbewerbers wachsen die Zweifel am Aufklärungswillen der Ermittler.

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