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Monitor vom 27.09.2018

Freifahrtschein für Erdogan: Die „Normalisierung“ der deutsch-türkischen Beziehungen | Gebrochenes Versprechen: Wie syrische Flüchtlinge in der Türkei am Abgrund leben | Flüchtlinge in Libyen: Retter und Beobachter unerwünscht | Billig entsorgt: Wie sich BP krebserzeugender Raffinerierückstände entledigt [Zweitfassung]

Freifahrtschein für Erdogan: Die „Normalisierung“ der deutsch-türkischen Beziehungen

Wenn am Donnerstag der türkische Staatspräsident Erdogan nach Deutschland kommt, empfängt ihn die Bundesregierung mit militärischen Ehren und edlem Abendessen. Währenddessen sitzen in der Türkei nach wie vor tausende Menschen aus politischen Gründen in Haft: darunter Wissenschaftler, Journalisten, deutsche Staatsbürger. Die öffentliche Kritik seitens der Bundesregierung ist praktisch verstummt. Gleichzeitig werden auch hierzulande Erdogan-Kritiker strafrechtlich verfolgt. Der Vorwurf: Terror-Propaganda.

Gebrochenes Versprechen: Wie syrische Flüchtlinge in der Türkei am Abgrund leben

Mit dem EU-Türkei-Abkommen wurde der Weg für Flüchtlinge nach Europa praktisch abgeriegelt. Dafür würden die Lebensbedingungen der Flüchtlinge in der Türkei verbessert, versprach die Bundeskanzlerin. Die Realität vor Ort ist jedoch oftmals eine andere: Rund vier Millionen Flüchtlinge leben in der Türkei. Viele hausen in Zeltlagern auf dem nackten Boden, Kinder arbeiten oft für Hungerlöhne, weil es den Familien am Nötigsten fehlt. MONITOR zeigt die Realität hinter dem Flüchtlingsdeal mit der Türkei.

Flüchtlinge in Libyen: Retter und Beobachter unerwünscht

Nachdem dem Rettungsschiff „Aquarius 2“ – offenbar auf Druck der italienischen Regierung – die Zulassung entzogen wurde, ist kein privates Rettungsschiff mehr im zentralen Mittelmeer aktiv. Es gibt auch keine unabhängigen Stellen mehr, die die Situation vor der Küste Libyens beobachten könnten. Währenddessen eskaliert der Bürgerkrieg an Land: Verfeindete Milizen liefern sich Straßenschlachten in Tripolis. Die UN warnen, dass sich die Situation für Flüchtlinge dort dramatisch verschärft.

Billig entsorgt: Wie sich BP krebserzeugender Raffinerierückstände entledigt

BP entsorgt seit Jahren giftige „Ölpellets“ in einem Kohlekraftwerk in Gelsenkirchen. Es geht um jährlich zehntausende Tonnen krebserregender Raffinerie-Rückstände, die dort verbrannt werden – mit Genehmigung der Behörden. Mehrere Gutachten stufen die Ölpellets als „gefährlichen Abfall“ ein, da sie stark mit Ölrückständen und Schwermetallen belastet sind. Recherchen von MONITOR und WDR Hörfunk zeigen: Anstatt die Pellets als Sondermüll zu entsorgen, wurden sie bei BP zu einem weitgehend harmlosen Regelbrennstoff für Kraftwerke umdeklariert – offenbar um Geld zu sparen.

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