US-Präsident Donald Trump (links) und Charlie Kirk (rechts) am 22.12.2024

MONITOR vom 11.09.2025 Attentat auf Charlie Kirk: USA vor dem Bürgerkrieg?

Nach dem tödlichen Attentat auf den extrem rechten Aktivisten Charlie Kirk stehen für Donald Trump und dessen Anhänger die Schuldigen jetzt schon fest: Die Partei der Demokraten und andere Trump-Kritiker. Kirks Tod dürfte die Stimmung in den USA weiter anheizen. In einem Land, das tief gespalten wurde unter einem Präsidenten, der den Ausnahmezustand und den Krieg gegen die Opposition zu legitimen Mitteln seiner Politik erklärt hat.

Von Lisa Seemann, Julius Baumeister, Mohsin Shah

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Donald Trump (Übersetzung MONITOR): "Dies ist ein düsterer Moment für Amerika. Es wird höchste Zeit, dass alle Amerikaner und die Medien sich der Tatsache stellen, dass Gewalt und Mord eine tragische Folge sind, wenn man diejenigen, mit denen man nicht einer Meinung ist, auf so hasserfüllte und verabscheuungswürdige Weise verteufelt."

Georg Restle: "Die Reaktion von US-Präsident Donald Trump auf die tödlichen Schüsse auf Charlie Kirk. Ein schlimmer Anschlag und die große Sorge, dass da jetzt noch viel Schlimmeres drohen könnte. Hallo und willkommen bei Monitor!

Die tödlichen Schüsse auf Charlie Kirk könnten in den USA vieles verändern. Der 31-Jährige spielte für Donald Trump eine zentrale Rolle, trommelte vor allem im Netz sehr erfolgreich für den Präsidenten und seine Agenda. Für dessen Anhänger stehen die Schuldigen jetzt schon fest: Die Partei der Demokraten und andere Trump-Kritiker. Sein Tod dürfte die Stimmung in den USA jetzt weiter anheizen; ein Land, das von seinem Präsidenten so tief gespalten wurde: zwischen Republikanern und Demokraten, Amerikanern und Nicht-Amerikanern; Freund und Feind. Ein Präsident, der den Ausnahmezustand und den Krieg gegen die Opposition zu legitimen Mitteln seiner Politik erklärt hat. Lisa Seemann, Julius Baumeister und Mohsin Shah"

Dieses Attentat könnte für die USA zu einem Wendepunkt werden. Der Schuss auf Charlie Kirk; er galt nicht irgendjemandem. Er galt DEM Role-Model für Trumps MAGA-Bewegung: Extrem rechts, extrem smart, extrem erfolgreich - und extrem wichtig für Donald Trump. Während viele seiner Anhänger noch um Kirk trauern, liegt für Trump schon auf der Hand, wer für die Tat verantwortlich ist:

Trump auf X (Übersetzung MONITOR): "Seit Jahren vergleichen die radikalen Linken wunderbare Amerikaner wie Charlie mit Nazis. Diese Art von Rhetorik ist direkt verantwortlich für den Terrorismus, den wir heute in unserem Land erleben."

Trumps Kampfansage an die Opposition. Sie findet Widerhall: Auf den Straßen, in den Medien, in seiner Partei.

Nancy Mace, Republikanerin (Übersetzung MONITOR): "Die Demokraten sind verantwortlich für das, was heute passiert ist."

Jesse Watters, Fox News - (Übersetzung MONITOR): "Sie befinden sich im Krieg mit uns. Jeder ist verantwortlich und wir schauen, was sie sagen;  die Politiker, die Medien und all diese Ratten da draußen."

Steve Bannon, ehemaliger Berater Trumps (Übersetzung MONITOR): "Charlie Kirk ist ein Opfer des Krieges. "

Alex Jones, US-amerikanischer Radiomoderator, (Übersetzung MONITOR): "Das ist Krieg! Das ist Krieg! Macht euch bereit!"

Ein Land im Kriegszustand? Wir schlagen zurück, rufen seine Anhänger. Droht jetzt die Lage zu eskalieren?

Thomas Zimmer, Publizist und Historiker: "Die größte Gefahr besteht nun darin, dass dieses Attentat in einem Moment erfolgt, da die politische Situation sowieso eskaliert worden ist, bewusst eskaliert worden ist von der Regierung, von den Trumpisten. Denn die sind überzeugt, dass nur auf diesem Wege - auch durch die gewaltsame Eskalation - es ihnen gelingen könne, den inneren Feind, wie die sagen, die gesellschaftliche und politische Opposition in die Knie zu zwingen. Und man muss schon befürchten - das ist jetzt die große Sorge - dass dieses Attentat, dieser Mord an Charlie Kirk, denen als genau ein solcher Anlass dienen wird, um diese Eskalationsspirale weiter anzutreiben."

Eskalationen, die Donald Trump befeuert. Durch seine selbsterklärten Kriege:

Gegen die Migration! Letzte Woche im Einsatz gegen Mitarbeiter von Hyundai und LG. Migranten werden wie Schwerverbrecher an die Wand gestellt und in Ketten gelegt.

Gegen die Opposition! Ob in Los Angeles oder in Washington D.C. Wo Demokraten regieren, lässt Donald Trump gerade die Nationalgarde aufmarschieren. Und jetzt - Chicago. Trump droht martialisch im Netz: "Chicago wird bald erfahren, warum es jetzt Kriegsministerium heißt."

Kriegsministerium. Anfang September änderte Trump den Namen des Verteidigungsministeriums. Aus Verteidigung wird Krieg. Nur Symbolik oder weitere Schritte in Richtung Diktatur?

Donald Trump, US-Präsident, 25.08.2025 (Übersetzung MONITOR): "Er ist ein Diktator, ein Diktator. Viele Menschen sagen, vielleicht wollen wir einen Diktator. Ich will das nicht. Ich bin kein Diktator."

Keine Diktatur? Der US-Experte Thomas Zimmer sieht die USA auf dem Weg dahin - mehr denn je.

Thomas Zimmer, Publizist und Historiker: "Wenn es so etwas wie eine rote Linie gibt, dann ist es doch wohl der Einsatz des Militärs im Innern, gegen die Opposition im Innern und gegen die eigene Bevölkerung. Wir haben es mit so einem Mischsystem, einem hybriden System zu tun, das sich also irgendwo zwischen Demokratie und voll entwickelter Diktatur bewegt."

Die USA am Wendepunkt Richtung Diktatur? Das Attentat auf Trumps engen Verbündeten Charlie Kirk - es könnte jetzt vieles beschleunigen. Trumps Amerika rüstet auf. Und längst fürchten viele einen Bürgerkrieg, der die ganze Welt betreffen würde.

Thomas Zimmer, Publizist und Historiker: "Ich gehe eigentlich fest davon aus und befürchte, dass die USA auf einen jedenfalls bürgerkriegsähnlichen Zustand zusteuern, wir ein Ausmaß an politischer Gewalt erleben werden, auch ein Ausmaß an Instabilität, an sozusagen Disruption, dass man in den Kategorien einer friedlichen, im weitesten Sinne so befriedeten Gesellschaft nicht mehr wird beschreiben können. Also ich sehe eigentlich keinen Weg drumherum."

Eine düstere Perspektive - für die älteste, durchgehende Demokratie der Welt.

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Stand: 11.09.2025, 22:15 Uhr

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