Die Frage, wann man auf alle Corona-Regeln verzichten kann, muss immer wieder neu bewertet werden. Bei der Delta-Variante, auf die die anhaltende vierte Infektionswelle zurückgeht, hatte das Robert Koch-Institut folgende Impfquoten errechnet, die nötig sind, um weitestgehend auf Einschränkungen verzichten zu können:
- 85 Prozent vollständig Geimpfte unter den 12- bis 59-Jährigen
- 90 Prozent vollständig Geimpfte unter den Über-60-Jährigen
Diese Impfquoten werden bei der Omikron-Variante, die mittlerweile auch in Deutschland dominiert, möglicherweise nicht mehr ausreichen. Sie gilt als deutlich ansteckender als die Delta-Variante und kann teilweise auch den Impfschutz umgehen.
Welche genauen Impfquoten bei Omikron nötig sein werden, um weitestgehend auf Einschränkungen verzichten zu können, hat das RKI noch nicht gesagt.
Zu bedenken ist auch, dass Menschen, die noch keine Booster-Impfung bekommen haben, deutlich schlechter gegen Omikron geschützt sind. Zwar haben sie grundsätzlich trotzdem noch einen Schutz vor schwerer Erkrankung. Sie könnten aber stärker als Geboosterte dazu beitragen, dass sich das Virus weiterverbreitet.
Quellen
- RKI: Vorbereitung auf den Herbst/Winter 2021/22 (PDF) | mehr
- Studie zu Immunisierung, Herdenimmunität und die neuen Varianten | mehr
- Science Media Centre: Einschätzungen zur Herdenimmunität | mehr
- Studie zur Wirksamkeit der Impfung gegen Sars-CoV-2 | mehr
- Warum die Herdenimmunität unrealistisch ist | mehr
Die aktuellen Impfquoten sind über das Impfdashboard des Bundes zu finden.
Über dieses Thema berichteten am 17.12.2021 auch das "Morgenecho" bei WDR 5 und die "Aktuelle Stunde" im WDR Fernsehen.
- Impfdashboard für Deutschland | impfdashboard.de
- Ihre Fragen: Wie sinnvoll ist das Boostern bei uns, wenn in anderen Ländern erst wenige geimpft sind? | mehr
- Ihre Fragen: Bei Omikron schwächeln die Antikörper - schützen die Impfungen noch? | mehr
- Ihre Fragen: Herdenimmunität - wie viele Geimpfte braucht es dafür? | mehr