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Yehudi Menuhin, 1979

ZeitZeichen 22.04.1916 - Geburtstag des Geigers Yehudi Menuhin

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Nur selten treten Musiker an die Öffentlichkeit, um Einspruch zu erheben: gegen Krieg, Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Werteverfall. Yehudi Menuhin war eine berühmte Ausnahme. "Ich bin fasziniert von allem Menschlichen", hat er gern gesagt.

Von Michael Struck-Schloen

Er wurde nicht müde, den Hunger in Indien und die Apartheid in Südafrika anzuprangern, sich für die Aussöhnung von Israelis und Palästinensern einzusetzen oder die Jugend aus sozial schwachen Gesellschaften an die Musik heranzuführen.

Am 22. April 1916 wurde Menuhin als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer in New York geboren, er wuchs in San Francisco auf und war bald das berühmteste Wunderkind der Zwischenkriegszeit. Obwohl Europa seine geistige und nach dem Krieg auch geografische Heimat war, hat Menuhin den Jazz nicht vernachlässigt und ist mit dem indischen Musiker Ravi Shankar aufgetreten.

Ein unglaubliches Pensum führte ihn durch die Konzertsäle der Welt, ließ ihn eine Musikschule in England gründen oder ans Dirigentenpult der großen Orchester treten.

Menuhin starb 1999 kurz vor seinem 83. Geburtstag in Berlin - der Stadt, die für ihn zugleich politischen Schrecken und kulturelle Sehnsucht verkörperte.

Redaktion: Hildegard Schulte

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