Eigenhändige Notenhandschrift, Wiegenlied, op. 49 Nr. 4, mit Widmung

ZeitZeichen 22.12.1869 - Erste Aufführung "Guten Abend, gut' Nacht"

Stand:

"Guten Abend, gut' Nacht, mit Rosen bedacht..." Der kleine Hans Faber hörte die Melodie als erster, und nach ihm schliefen viele Millionen Babys in der ganzen Welt zum "Wiegenlied" von Johannes Brahms ein.

Von Christian Kosfeld

Der Komponist schickte an Arthur und Berta Faber im Jahr 1868 zwei kleine Notenblätter mit zarter blauer Handschrift, und widmete es den Eltern "zu allzeit fröhlichem Gebrauch". In der Klavierstimme versteckte Brahms auch ein volkstümliches Wiener Liebeslied "Du moanst wohl, die Liab laßt si zwinga".

Dass die Liebe sich nicht zwingen lässt, hatte ihm Berta Faber 10 Jahre zuvor gesungen, als Brahms Leiter des Hamburger Frauenchores war. Ein musikalischer Korb.

Das Lied mit Geheimbotschaft wurde am 22. Dezember durch Clara Schumann und Marie Louise Dustmann-Meyer uraufgeführt. Es verbreitete sich rasend schnell, und wurde bald für ein altes Volkslied gehalten. Seitdem wurde es in hunderten Versionen gesungen, musikalisch bearbeitet und zitiert, und noch heute klingt es aus Millionen Spieluhren in aller Welt.

Doch nur die wenigsten Eltern wissen, dass das kleine Wiegenliedchen das Opus 49 Nr.4 von Johannes Brahms ist.

Redaktion: Hildegard Schulte

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