Heidelberger Schloss, Gemälde von 1820/24

ZeitZeichen 24.06.1764 - Heidelberger Schloss zerstört

Stand:

"Was hat das Heidelberger Schloss nicht alles durchgemacht", seufzt der französische Schriftsteller Victor Hugo, als er 1838 die Ruine am Neckar besucht. "Fünfhundert Jahre lang hat es die Rückwirkungen von allem hinnehmen müssen, was Europa erschüttert hat – und am Ende ist es darunter zusammengebrochen."

Von Kerstin Hilt

Das stimmt und stimmt doch nicht ganz. Tatsächlich geriet das Heidelberger Schloss in seiner mehr als 800jährigen Geschichte öfter ganz buchstäblich in die Schusslinie: Im pfälzischen Erbfolgekrieg wurden einige Türme und Mauern von den Franzosen gesprengt; zuvor, im Dreißigjährigen Krieg, hatte es gleich dreimal den Besitzer gewechselt – entsprechende Blessuren inklusive.

Den Todeskuss gab ihm jedoch Mutter Natur: Am 24. Juni 1764 schlug zweimal hintereinander der Blitz ein, das Schloss brannte lichterloh. So aber konnte das Heidelberger Schloss seine Zweitkarriere starten – als schönste Ruine weit und breit, verehrt zuerst von den Romantikern, heute überrannt von Touristen aus aller Welt.

Victor Hugos Fazit schon damals: "Man könnte fast sagen, der Himmel hat sich eingemischt!"

Redaktion: Michael Rüger

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WDR Zeitzeichen 24.06.2014 14:32 Min. Verfügbar bis 21.06.2054 WDR 5


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