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Bertrand Russell verliest auf einer Pressekonferenz in Caxton Hall den Appell gegen den Einsatz von Atomwaffen

ZeitZeichen 09.07.1955 - Russell-Einstein-Manifest wird veröffentlicht

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Für den Mathematiker Bertrand Russel ist die Sache recht simpel: Die Atompolitik der Großmächte im Kalten Krieg führe fast unvermeidlich in die völlige Vernichtung der Menschheit, sagt der Nobelpreisträger am 9. Juli 1955, und fügt mit englischem Understatement hinzu: "Einige von uns fänden das doch sehr schade." An diesem Tag veröffentlicht Russel in London einen Aufruf gegen den Einsatz von Atomwaffen, das Russel-Einstein-Manifest.

Von Martin Herzog

Zehn Jahre zuvor hatte eine einzige Bombe im japanischen Hiroshima binnen Sekunden 80.000 Menschenleben ausgelöscht, ein paar Tage später ein zweite Bombe in Nagasaki noch einmal 22.000. Viele Zehntausend weitere starben in den folgenden Wochen, Monaten und Jahren an den Folgen der atomaren Strahlung.

Doch die Welt musste erfahren: Es geht noch schlimmer: 1954 testeten die USA Wasserstoffbomben - mit der tausendfachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Für den Nobelpreisträger Bertrand Russell sind die Tests Anlass, renommierte Kernphysiker, Chemiker und Biologen zusammen zu rufen, um die völlige atomare Abrüstung zu fordern. Unterzeichnet wird das Manifest kurz vor seinem Tod auch von Albert Einstein, der mit seiner Arbeit die theoretischen Grundlagen für die Entfesselung des Atoms gelegt hatte.

Redaktion: Michael Rüger   

Das Russell-Einstein-Manifest wird veröffentlicht (am 9.7.1955)

WDR Zeitzeichen 09.07.2020 15:01 Min. Verfügbar bis 10.07.2090 WDR 5


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