Fritz Thielen (li) und Adolf von Thadden (1965)

ZeitZeichen 28.11.1964 - Gründung der NPD

Stand:

In den 60er Jahren ist es für viele ein Schock: Nicht einmal 20 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus erstarkt mit der NPD wieder eine rechtsradikale Partei. Bis zu 9,8 Prozent bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg 1968 kann sie erreichen.

Von Thomas Pfaff

Der Soziologe Theodor W. Adorno analysiert den Erfolg der Rechten damals als "Wundmale einer Demokratie, die ihrem eigenen Begriff noch nicht gerecht geworden ist".

Der Aufbruch der Studenten und der 68er-Bewegung wird den Zeitgeist jedoch so verändern, dass der NPD 1969 der Einzug in den Bundestag nicht gelingt und sie zur Kleinpartei wird. Dafür radikalisiert sie sich und knüpft enge Kontakte zu anderen Rechtsradikalen. Nach dem Jahr 2000 gelingt Ihr wieder der Einzug in mehrere Landesparlamente in den ostdeutschen Bundesländern.

Und heute? Zweimal ist ein Verbotsverfahren gegen die NPD vor dem Bundesverfassungsgericht inzwischen gescheitert; zuletzt wegen ihrer vermeintlichen Bedeutungslosigkeit.

Doch die NPD ist weiter ein wichtiger Teil des braunen Netzwerks, das sich in der Bundesrepublik längst gebildet hat. Mit guten Kontakten zu militanten Neonazis, "Kameradschaften", anderen rechtsradikalen Kleinparteien, den Identitären - und teilweise auch zur AFD.

Redaktion: Hildegard Schulte

Die Gründung der NPD (am 28.11.1964)

WDR Zeitzeichen 28.11.2019 14:46 Min. Verfügbar bis 25.11.2099 WDR 5


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