Zeichnung "Abigal dichtet die Mondsichel an" von Else Lasker-Schüler

ZeitZeichen 22.01.1945 - Todestag der Dichterin Else Lasker-Schüler

Stand:

Sie nannte sich "Tino von Bagdad", "Liebling des Pharaos" oder "Dichterin von Arabien". Vor allem aber war sie bis zum Lebensende "Prinz Jussuf von Theben". Else Lasker-Schüler hat sich derart inszeniert und das eigene Leben fiktionalisiert, dass Leben und Werk nicht zu trennen sind.

Von Monika Buschey

Ihr erfundenes, orientalisch leuchtendes Ich war mindestens so stark wie ihre reale Existenz. Geboren ist die Dichterin 1869 als Tochter eines Bankiers in Wuppertal. Viele Jahre waren die literarischen Cafés in Berlin ihre Bühne - ein Boheme-Leben unter prekären Bedingungen.

1932 erhielt sie den Kleist-Preis, flüchtete, als Hitler kam, zunächst in die Schweiz und starb 1945 in Jerusalem.

"Sie war die größte Lyrikerin, die Deutschland hatte", schrieb der Dichter Gottfried Benn, der mit ihr befreundet war, "ihre Themen waren vielfach jüdische, ihre Phantasie orientalisch, aber ihre Sprache war deutsch, ein üppiges, prunkvolles, zartes Deutsch, eine Sprache reif und süß."

Redaktion: Hildegard Schulte

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