Bergung der letzten Archivalien aus einem Schutt- und Erdtrichter in Köln

ZeitZeichen 03.03.2009 - Einsturz des Historischen Archivs Köln

Stand:

Um die Mittagszeit schießt ein breiter Riss wie ein gezackter Blitz über die Fassade des Kölner Historischen Archivs. Mit ohrenbetäubendem Getöse neigen sich die Gebäude Richtung Straße und sacken in sich zusammen. "Es war, als würden sie verschluckt, bis tief hinab in die Hölle", erinnert sich ein Arbeiter der U-Bahn-Baustelle, die sich unmittelbar vor dem Archiv befindet.

Von Marfa Heimbach

Das größte deutsche Kommunalarchiv ist ein einziges Trümmerfeld. Zwei Menschen aus den benachbarten Häusern starben. Unter Schutt und Schlamm begraben das historische Gedächtnis der Stadt Köln, das sogar den 2. Weltkrieg unbeschadet überstanden hatte: Mittelalterliche Schreinsbücher, die Noten von Jaques Offenbach und Max Bruch, die Privatarchive von Franz Wallraf und Heinrich Böll oder die berühmte Brauordnung für süffiges Kölsch.

Es ist eine Sensation, dass rund 90 Prozent des Archivguts geborgen werden konnten. Ungeklärt aber bis heute die Schuldfrage, und damit auch: "Wer soll das bezahlen?"

Redaktion: Ronald Feisel

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WDR Zeitzeichen 03.03.2014 13:51 Min. Verfügbar bis 28.02.2094 WDR 5


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