Winzer schneidet Weintrauben der Sorte Müller-Thurgau

ZeitZeichen 18.01.1927 - Todestag von Hermann Müller-Thurgau

Stand:

Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau würde heute vermutlich in der Klimaforschung arbeiten. Denn er war ein vielseitiger Wissenschaftler und Visionär. Der Botaniker leitete ab 1876 die "Pflanzenphysiologische Versuchsstation" in Geisenheim. Hier begann er mit Kreuzungsversuchen zwischen Riesling und anderen Reben.

Von Martin Meissner

Als er 1891 die neu gegründete deutsch-schweizerische Versuchsstation für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädenswil übernahm, reisten die besten gezüchteten Setzlinge mit. Die neu entstandene Rebe erwies sich als robust: Sie trägt gut und kann früher geerntet werden als der Riesling. Als die Rebe 1913 in den deutschen Weinbau eingeführt wird, erhält sie den Namen Müller-Thurgau.

Als Hermann Müller-Thurgau 1927 starb, war der nach ihm benannte Wein sehr beliebt. Doch dann verkam der "Müller-Thurgau" in 90er Jahren zur Plörre im Bocksbeutel, die für 1,99 DM im Supermarktregal stand.

Heute heißt es wieder "Klasse statt Masse", allerdings häufig unter dem unverbrauchten Namen "Rivaner".    

Redaktion: Michael Rüger

Hermann Müller-Thurgau, Botaniker (Todestag 18.01.1927)

WDR Zeitzeichen 18.01.2017 14:46 Min. Verfügbar bis 16.01.2097 WDR 5


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