Leo Graf von Caprivi, zeitgenössische Darstellung

ZeitZeichen 06.02.1899 - Todestag des Reichskanzlers Leo von Caprivi

Stand:

Fußstapfen, groß wie ein Fürstentum. Politische Verstrickungen, die der Amtsvorgänger am Ende selbst kaum noch überblickte. Und ein ungestümer Jung-Kaiser, der die Deutschen höchst persönlich an die Sonne führen wollte. Blieb dem zweiten deutschen Reichskanzler Leo von Caprivi etwas anderes übrig als zu scheitern?

Von Edda Dammmüller

Lange haben die Historiker ihn auf den glücklosen Nachfolger des großen Bismarck reduziert, inzwischen ist das Bild differenzierter: Demnach war der vormalige Infanterie-General, dem Wilhelm II. das Amt buchstäblich aufschwatzte, ein Mann mit modernem Politikverständnis. Der auf die Arbeiter zuging. Der der Exportnation Deutschland neue Handelswege erschloss. Den Imperialismus zurechtstutzte und in den deutschen Beziehungskisten aufzuräumen begann: näher ran an England, weg von der Geheimbündelei mit Russland.

1894, im x-ten Clinch mit dem Kaiser um eine Heeresreform, gab der "Kanzler-General" entnervt auf. Dass es so kommen würde, hatte er schon beim Amtsantritt geahnt: "Ich weiß, dass ich in eine Bresche trete, in der ich untergehen werde."

Redaktion: Ronald Feisel

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WDR Zeitzeichen 06.02.2014 13:57 Min. Verfügbar bis 04.02.2094 WDR 5


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