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Burschenschaft Jena, 1865, Holzstich nach Zeichnung von Karl Emil Doepler

ZeitZeichen 12.06.1815 - Gründung der ersten Burschenschaft

Stand:

Die Fremdherrschaft Napoleons ist beendet, die deutsche Einheit aber noch weit weg. Auf dem Wiener Kongress zur Neuordnung Europas. 1814/15 gelingt es nicht, die deutsche Kleinstaaterei zu beenden. Denn die vielen Duodezfürsten sind nicht bereit, zugunsten eines Nationalstaates auf die Durchsetzung ihrer Partikularinteressen zu verzichten.

Von Almut Finck

Viele Befreiungskrieger sind empört, viele Studenten auch. Sie hatten beim Kampf gegen den französischen Usurpator auch von innerer Freiheit geträumt, in einem geeinten deutschen Vaterland.

Am 12.6.1815 gründen deshalb Studenten in Jena eine nationale Burschenschaft; Burschen nannte man damals Studenten. Sie sollte an die Stelle der üblichen Landsmannschaften treten. Ihr Ziel: eine Reform des studentischen (Un)wesens von Trinkgelagen, Duellen und dem Schikanieren der jüngeren Semester. Und gleichzeitig: die Beförderung der politischen Einheit eines demokratischen Deutschlands. 

Redaktion: Michael Rüger

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