Poggio Bracciolini, historische Zeichnung aus dem 19. Jahrhundert

ZeitZeichen 11.02.1380 - Geburtstag des Gelehrten Poggio Bracciolini

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Kann ein einzelner Mann mit einem Buch, das er entdeckt, die Welt verändern? Er kann, sagt der Harvard-Professor Stephen Greenblatt und nennt Poggio Bracciolini einen "Geburtshelfer der Renaissance". Denn es ist der päpstliche Sekretär Bracciolini, der im fünfzehnten Jahrhundert die europäischen Klöster nach verschollen geglaubten antiken Manuskripten durchsucht und fündig wird.

Von Maren Gottschalk

Bracciolini entdeckt vor allem das Lehrgedicht "Über die Natur" von Titus Lucretius Carus, geschrieben in der Mitte des letzten vorchristlichen Jahrhunderts. Darin finden sich - für die damalige Zeit - spektakuläre Gedanken: Das Universum bestehe aus unzähligen kleinen Teilchen, die Seele sei so sterblich wie der Körper, und die Religion sei das Haupthindernis für das Glück des Menschen.

Bracciolini übersetzt den Text, und die antiken Ideen entfalten eine enorme Wirkung.

Redaktion: Hildegard Schulte

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